In Berlin haben am Samstag über 20.000 Menschen gegen die anhaltende türkische Offensive in Nordsyrien protestiert. Aufgerufen hatten der kurdische Dachverband Nav-Dem und viele weitere kurdische und deutsche Organisationen. Obwohl ähnliche Demonstrationen zuletzt verboten wurden, ließen sich die Menschen nicht davon abhalten, ihre Forderungen nach Frieden und Freiheit für Kurdistan auf die Straße zu tragen.

Die Demonstration richtete sich gegen den Angriff der Türkei auf Rojava, das kurdische Autonomiegebiet in Nordsyrien. Die türkische Offensive hatte vor etwa 6 Wochen begonnen. Auch gestern kam es wieder zu Luftangriffen, bei denen mehrere Zivilisten ums Leben kamen. Die Angriffe stoßen jedoch auf massiven Widerstand. Laut einer Bilanz des Pressezentrums der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (QSD) wurden dabei am Freitag und Samstag mindestens 59 türkische Soldaten getötet.

Kurz nach Beginn der Auftaktkundgebung am Alexanderplatz verwandelte sich diese in ein Meer aus Fahnen. Besonders die gelben und grünen Fahnen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ waren zu sehen. Mit Parolen wie „Deutsche Panzer raus aus Kurdistan!“ wurde auf die Unterstützung der Türkei durch Deutschland mittels Waffenlieferungen aufmerksam gemacht. Angeführt wurde die Demonstration von einem Frauenblock. Auf ihrem Banner war zu lesen „Verteidigt Afrin, verteidigt die Frauenrevolution! No pasaran dem Faschismus!“.
Neben den Frauen hatte auch die Jugend einen eigenen Block unter dem Motto „Macht Platz, die Jugend kommt! Wir werden Afrin verteidigen!“ organisiert. Dieser wurde mehrmals von der Polizei angegriffen, wobei es zu einzelnen Festnahmen kam. Trotz des Angriffs auf die Demonstration konnte diese erfolgreich bis zu ihrem Endpunkt am Brandenburger Tor fortgesetzt werden.

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