Seit dem 19. Januar greift die türkische Armee gemeinsam mit islamistischen Söldnern den Distrikt Afrin im Norden Syriens an. Der Kanton der Demokratischen Föderation Nordsyriens wird seitdem von Milizen der Syrian Demokratic Forces (SDF) unter hohen Opfern verteidigt. Die auch mit deutschen Waffen durchgeführte türkische Invasion ist ein direkter Angriff auf die demokratische Selbstverwaltung innerhalb der Nordsyrischen Föderation und auf alle, die für die Befreiung von Patriarchat und Diktatur und für ein sicheres Leben kämpfen. Sie ist darüber hinaus eine Sabotage des bislang erfolgreichen Kampfes der SDF gegen den sogenannten Islamischen Staat.

Die deutsche Regierung ist für diese Situation mitverantwortlich, nicht nur aufgrund der von ihr genehmigten Waffenlieferungen an die Türkei. Darüber hinaus macht sie sich zum verlängerten Arm des Erdoğan-Regimes, wenn sie die Organisationen verfolgt, die das in Nordsyrien angewandte politische Modell des Demokratischen Konföderalismus vertreten, ihre Symbole verbietet und ihre Aktivist*innen mit Abschiebung bedroht. Sie fördert damit die zunehmende Faschisierung der Türkei, wo im Schatten der Invasion in Afrin immer mehr Andersdenkende zum Schweigen gebracht werden.

Die Organisation der Menschen in Räten über ethnische Grenzen hinweg, der Bedeutungsgewinn kooperativer Wirschaftsformen und die zentrale Rolle der Frauenemanzipation machen die Revolution von Nordsyrien zur Hoffnung für die gesamten Region und darüber hinaus. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die dort für ein selbstbestimmtes Leben frei von Islamismus und staatlicher Unterdrückung kämpfen.

Setzt den Kampf um Freiheit und Selbstverwaltung fort!

Bijî Rojava!

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