Die Fahrer von Foodora und Deliveroo machen ihre Forderungen deutlich: mehr Lohn, mehr Geld für die Reparatur ihrer Fahrräder. Wie reagieren die Startups?

„Der Zustand unserer Fahrräder ist nicht nur ein Risiko für uns selbst, sondern auch für andere im Straßenverkehr. Ich wette, es gibt heute einige unter uns, die ihre Fahrräder aufgrund ihrer Arbeit für Foodora komplett auf den Schrotthaufen werfen könnten. Wir wollen Unterstützung, bevor es zu spät ist“, ruft Geraldine Duprel vor dem Delivery-Hero-Headquarter in Berlin-Mitte lauthals ins Mikrofon. Die 27-Jährige ist mit drei Jahren bei Foodora eine der erfahrensten Fahrerinnen Berlins. Außer ihr sind dort am Mittwochnachmittag rund 25 weitere Foodora- und Deliveroo-Fahrer versammelt, um für ihre Forderungen einzustehen: die volle Übernahme der Reparaturen an ihren eigenen Fahrrädern, mehr Lohn und eine bessere Organisation der Schichtendienste. 

Im August vergangenen Jahres sei die Verhandlung mit Foodora gestartet, erzählt uns Georgia Palmer von FAU Berlin, der freien Arbeiterinnen-und-Arbeiter-Union Berlin. Deliveroo habe sich von Anfang an von den Verhandlungen zurückgezogen. Foodora habe die Verhandlungen über Monate hinweg herausgezögert. Anfang November verkündete Foodora dann, dass sie zumindest einer ihrer Forderungen nachkommen werden: der Kostendeckung der Fahrradreparaturen.

Pro Kilometer gibt es nur fünf Cent

Was das konkret heißt, teilte Foodora ihren Fahrern am Dienstag, einen Tag vor der Demonstration mit: Ab Februar erhalten sie pro Stunde eine Gutschrift von 25 Cent bei einem von Foodora gewählten Reparaturservice, LiveCycle. Heißt: ein Vollzeitfahrer, der 40 Stunden pro Woche für Foodora Essen ausliefert, erhält am Ende des Monats ein Guthaben von bis zu 42 Euro.

„Wir sind sehr froh, die von uns angestrebte Kooperation mit LiveCycle von nun an all unseren Fahrern zugute kommen zu lassen und sie so effektiv bei der Instandhaltung oder auch Reparatur ihrer Fahrräder zu unterstützen“, sagt Vincent Pfeifer, Pressesprecher von Foodora Deutschland.

Effektiv findet das Palmer allerdings nicht: „Das reicht vorne und hinten nicht. Pro Kilometer sind das umgerechnet lediglich fünf Cent. Damit lässt sich höchstens mal ein Schlauch austauschen. Das Guthaben liegt weit unter unseren geforderten 35 Cent pro Kilometer.“ Immerhin lasse sich das Guthaben über mehrere Monate hinweg ansammeln, so Palmer weiter. Das sei ihnen anfangs nicht zugesichert worden.

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