Einheiten der argentinischen Bundespolizei haben am Samstag mit Bleikugeln auf flüchtende Mapuche-Aktivisten nahe Bariloche im Süden des Landes geschossen, wobei ein 27-jähriger Mann zu Tode kam. Zwei weitere Personen wurden durch die Schüsse verletzt, eine davon schwer. Zuvor war von den Behörden eine Landbesetzung gewaltsam geräumt worden. Erst kürzlich hatte das Nationalparlament in Buenos Aires das Gesetz zur Aussetzung von Besetzungsräumungen verlängert.

Bei dem Toten soll es sich laut der Tageszeitung Página12 um den 27-jährigen Aktivisten Rafael Nahuel handeln. Er erlag bereits auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Schussverletzungen. Schwer verletzt sei eine Frau mit Namen Johana Colhuan. Über die Identität der weiteren verletzten, männlichen Person ist bislang nichts bekannt. Beide werden derzeit im nahegelegen Gebietskrankenhaus von San Carlos de Bariloche versorgt. Auch der Direktor, Leonardo Gil, bestätigte den Tod einer männlchen Person, sein Leichnam befände sich aber in den Händen der staatlichen Stellen.

 

Wie das Netzwerk zur Unterstützung der Gemeinden in Konflikt (ApoyoMap) berichtet, stehen die Ereignisse in direktem Zusammenhang mit der gewaltsamen Räumung der indigenen Gemeinde Lafken Winkul Mapu am Donnerstag. Auf dem Gelände des Nationalpark Villa Mascardi hatten Mapuche am 11. November Land besetzt, das sie als ihr historisches Erbe betrachten. Bei der Räumung wurden 30 Mapuche festgenommen, darunter sechs Kinder. Drei Personen, zwei Männern und einer Frau, gelang zunächst die Flucht. 

Die Polizeikräfte gingen bei der Räumung nach Augenzeugenberichten äußerst brutal vor. "Alles fing um 4.30 Uhr an," so Maria Nahuel in einem in sozialen Netzwerken verbreitetem Statement: "Sie weckten uns mit einem Kugelhagel. Sie fingen damit an, uns zu misshandeln und wir haben uns verteidigt. Aber wir hatten keine Waffen oder sonst etwas und es waren Kinder da. Sie schossen ohne zu wissen auf wen, und auf die Kinder warfen sie Tränengas."

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