Berlin: Betriebsrat der Sportbekleidungskette zieht vor Arbeitsgericht – und unterliegt vorerst. Abgeordnete monieren Angriffe auf Belegschaftsvertretung

Einzelfälle sind es nicht: Union Busting bei Foot Locker. Die internationale Sportbekleidungskette, die ihre Beschäftigten im schwarz-weiß gestreiften Refereedress arbeiten lässt, bekämpft engagierte Betriebsräte und Gewerkschafter in ihren Filialen – mittels außerordentlicher Kündigungen etwa. Betroffene wehren sich, Verdi steht ihnen zur Seite. Erfolge sind indes schwierig.

Wie in diesem Fall: Am vergangenen Freitag hat das Arbeitsgericht in Berlin über die einstweilige Verfügung auf Weiterbeschäftigung eines Betriebsratsersatzmitglieds bei Foot Locker in der Bundeshauptstadt entschieden. Dem langjährigen Schuhverkäufer war im Mai außerordentlich seitens der Geschäftsführung gekündigt worden. Auf dem Postweg. Ohne Begründung. Erst bei einer eingeforderten Anhörung wurde dem Betroffenen der Anlass mitgeteilt: Arbeitszeitbetrug, was dieser wiederum bestreitet.

»Das Gericht hat die Klage abgewiesen«, sagte die zuständige Gewerkschaftssekretärin Franziska Foullong am späten Freitag nachmittag im Gespräch mit junge Welt. Dass solche Klagen von Arbeitsgerichten angenommen werden, sei äußerst selten, weiß Foullong. »Klägerinnen und Kläger haben es bei der aktuellen Rechtslage sehr schwer, wir wussten das, wollten es dennoch probieren.« Final geklärt ist noch nichts. Das Hauptsacheverfahren, die Kündigungsschutzklage, dürfte im Oktober beginnen. Fakt ist aber auch: Der Kollege hat bis dahin seinen Job verloren und muss sehen, wie er nun über die Runden kommt.

Das Annullieren von Beschäftigungsverhältnissen sei ein »systematisches Druckmittel« bei Foot Locker, so Foullong. Aktive Belegschaftsvertreter würden regelrecht aussortiert. Ziel sei, »durch nackte Existenzangst Ruhe im Betrieb zu schaffen«. Bereits 2018 hatte die Geschäftsführung den Initiator einer Betriebsratsgründung in einer Filiale vor die Tür gesetzt. Ein früherer Vizegesamtbetriebsrat war 2019 und ein weiteres Gesamtbetriebsratsmitglied 2021 entlassen worden.

Mehr lesen (www.jungewelt.de)