Kurz vor der vierten Streikwelle lenkt die DB-Führung ein. Die Eisenbahner:innen haben erfolgreich und unter harten Bedingungen den Erhalt ihrer Betriebsrenten erstreikt. Auch für die geforderte Lohnerhöhung gibt es eine Einigung – wobei die GDL von Beginn an Rücksicht auf den Konzern nahm und eine Reallohnsenkung forderte.

Noch vor der angekündigten vierten Streikwelle lenkte das DB-Management ein. Die Verhandlungsergebnisse: Bei der Lohnerhöhung waren GDL und DB sich von Beginn an einig, dass die Gehälter um 3,3 Prozent erhöht wurden. Lediglich die Laufzeit war Verhandlungssache. Mit 32 Monaten, einer ersten Steigerung um 1.5 Prozent im Dezember 2021 und einer weiteren im um 1.8 Prozent im März 2023 bedeutet die Erhöhung eine Reallohnsenkung – dazu war die GDL jedoch von Anfang an bereit gewesen.

Das Hauptziel, der Erhalt der Betriebsrenten, ist erreicht, wenn auch nur für Beschäftigte, die bis zum Jahresende angestellt werden. Dass der Zusatzversorgungstarifvertrag wieder in Kraft tritt, haben die Eisenbahner:innen erstreikt. Ab Januar 2022 gilt für alle neuen Beschäftigten, dass sie 3,3 Prozent im DEVK-Pensionsfonds beziehen können, für sie wurde also die „alte“ zurückerkämpfte Betriebsrente nicht durchgesetzt.

Zudem werden den Beschäftigten in der Laufzeit zwischen 800 und 1000 Euro Corona-Prämie ausgezahlt. Gering entlohnte Beschäftige erhalten dabei den höheren Satz.

Streitpunkt Geltungsbereich

Im letzten Tarifstreit hatte die GDL durchgesetzt, dass sie auch für Zugbegleiter:innen vertretungsberechtigt ist. Der aktuell abgeschlossene Tarifvertrag gilt für „alle Eisenbahner:innen“ – das bedeutet, für alle Eisenbahnverkehrunternehmen des Bahn-Konzerns sowie jeweils für alle beschäftigten Berufsgruppen.

Ausgenommen sind aktuell die Infrastrukturunternehmen DB Netz, Station und Service (Bahnhöfe) und DB Energie.

Mehr lesen (perspektive-online.net)