Jagel. Dutzende Musiker haben den Fliegerhorst im schleswig-holsteinischen Jagel mehrere Stunden lang abgeriegelt. Alle elf Zufahrten und Eingänge zu dem Stützpunkt seien »mit Musik blockiert worden«, sagte der Sprecher des Netzwerks »Lebenslaute«, Marcus Bayer, am Montag. Ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin gab sich ob der Aktion gelassen: »Das sind demokratische Rechte, die dort ausgeübt werden.« Man habe keine Probleme mit so einer Meinungsäußerung, solange alles friedlich bleibe.

Die Sänger und Orchestermusiker sowie ihre Unterstützer wollten mit der Aktion unter anderem gegen die geplante Anschaffung von Kampfdrohnen und für die Schließung des Fliegerhorstes demonstrieren.

Im nahe Schleswig gelegenen Jagel ist das Taktische Luftwaffengeschwader 51 stationiert. Hier werden unter anderem die deutschen Tornado-Piloten ausgebildet. Tornado-Piloten aus Jagel waren zuletzt an Aufklärungsflügen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) über Syrien und dem Irak beteiligt. Die Flüge sollen nach dem Abzug aus dem türkischen Incirlik im Oktober von Jordanien aus wieder aufgenommen werden. In Afghanistan und Mali ist das Geschwader mit unbenannten Aufklärungsdrohnen des Typs Heron 1 im Einsatz.

Erste Teilnehmer der Blockade-Aktion versammelten sich nach Angaben der Polizei gegen 6.00 Uhr vor den Toren und auf den Zufahrten der Basis. Ziel der rund 150 Menschen sei es gewesen, zu verhindern oder zumindest zu erschweren, dass Angehörige der Bundeswehr ihren Arbeitsplatz erreichen können. Mitarbeiter wurden daraufhin mit Bussen in den Stützpunkt gebracht. »Alle Versammlungen und Aktionen verliefen friedlich«, sagte ein Polizeisprecher.

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