22. März 2021. Zehntausende Beschäftigte des Online-Händlers Amazon haben am Montag in ganz Italien für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Dem Streikaufruf der FILT-CGIL, FIT-CISL und Uiltrasporti folgten Medienberichten zufolge rund 40.000 Menschen, die Beteiligung lag nach Angaben der Gewerkschaften landesweit bei rund 75 Prozent und umfasste die gesamte Lieferkette des Konzerns – von den Versandzentren bis zu den Fahrern, die die Pakete bis an die Haustür bringen.

Seit den frühen Morgenstunden versammelten sich die Streikenden vor den Einrichtungen des Konzerns, schwenkten die Fahnen ihrer Gewerkschaften und riefen die Italienerinnen und Italiener auf, als Zeichen der Solidarität an diesem Tag auf Bestellungen bei Amazon zu verzichten.

Die Tageszeitung La Repubblica zitierte in einem langen Artikel Berichte von Amazon-Beschäftigten, die ihren Kolleginnen und Kollegen in Deutschland sehr bekannt vorkommen dürften. So erzählte die 30 Jahre alte Francesca Gemma, die seit 2017 in Passo Corese für Amazon arbeitet, dass insbesondere die ungünstigen Arbeitszeiten und die Eintönigkeit der Tätigkeiten belastend seien. „Wenn du beim Picken beschäftigt bist, musst du die selbe Bewegung acht Stunden lang in einer Art Käfig machen. Es gibt keine Alternativen. Nach wenigen Tagen schmerzen die Arme, der Rücken, die Knie.“ Auch andere Beschäftigte klagen über körperliche Schmerzen und psychische Schwierigkeiten.

Der Ausstand war vor zehn Tagen angekündigt worden, nachdem Amazon die laufenden Gespräche zwischen den Gewerkschaften und dem Konzern abgebrochen wurden, weil das Unternehmen sich geweigert hatte, die Vorschläge der Beschäftigten und ihrer Organisationen aufzugreifen. „Die Beteiligung am Streik ist unterschiedlich, aber wir liegen bei 70 bis 75 Prozent“, sagte der Generalsekretär der FILT-CGIL, Stefano Malorgio, dem Nachrichtensender RAI News 24.

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