Was passiert mit einer halben Milliarde unverkaufter Kleidungsstücke im Winter-Lockdown? Auf keinen Fall dürfen sie vernichtet werden, fordert Greenpeace.

Dass Konsument*innen mit der Schlagzahl der Fast-Fashion-Konzerne nicht Schritt halten können und wollen, ist ein bekanntes Problem – dessen Lösung Greenpeace seit Jahren fordert. Unternehmen wie H&M oder Zara, die zum Teil wöchentlich neue Kollektionen in ihre Läden schickten, müssen weniger und nachhaltiger produzieren, Verbraucherinnen und Verbraucher bewusster einkaufen – und was sich nicht verkauft, darf nicht einfach so auf die Müllkippe. 

Die Forderung trug bereits Früchte. Eine Transparenzpflicht für Unternehmen haben Umweltschützende bereits durchgesetzt, das heißt, Händler müssen offenlegen, was mit ihrer nicht verkauften Ware geschieht. Diese Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im vergangenen Jahr kam auch durch den großen öffentlichen Druck auf das Bundesumweltministerium zustande, nachdem Greenpeace-Recherchen die Vernichtung von Neuwaren in einem Amazon-Warenlager aufdeckten.

Ein Berg aus 500 Millionen Kleidungsstücken

Wenig überraschend: Die durch den Coronavirus veränderte Situation für den Einzelhandel verschärft die Probleme zusätzlich. Nach Schätzungen der Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) wird sich bis Ende Januar im stationären Handel ein Berg von einer halben Milliarde unverkaufter Modeartikel auftürmen. 

Doch was mit dem Großteil der aufgelaufenen Saisonware passieren soll, ist unklar; dass H&M in der Vergangenheit nicht verkaufte Kleidungsstücke kurzerhand verbrannt hat, ist kein Geheimnis. Dabei ist der Skandal um vernichtete Waren nur ein Symptom einer aus dem Ruder gelaufenen Konsumgesellschaft, in der weit mehr produziert wird als jemals realistisch verbraucht werden kann. Spätestens in der Pandemie ist dieses Wirtschaftsgebahren mit seinem “Viel hilft viel”-Ansatz gegen die Wand gefahren.

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