Als FAU Flensburg positionieren wir uns gegen Ausbeutung und Ausgrenzung, wir sind gegen gegen das sog. Recht des Stärkeren und gegen Nationalstaaten, wir wollen eine grenzenlose Gesellschaft der gegenseitigen Unterstützung.

Da wir keine anarchistischen Virolog*innen kennen und uns auf die Aussagen von Fachleuten verlassen müssen, beachten wir die Hygienemaßnahmen um niemanden zu gefährden. Wir begrüßen hier Diskussions- und Meinungsvielfalt, damit die besten Vorgehensweisen gefunden werden können, um alle Menschen zu schützen und keine*n in dieser Krise allein zu lassen.

Wir kritisieren die verkürzte Kritik der „Flensburg für Grundrechte“. Ein Widerstand, der nur die eigenen bürgerlichen verlorenen Grundrechte zurück will, reicht nicht.

Und wir verurteilen, dass keinerlei Bemühungen gemacht werden, sich gegen mitmarschierende und mitorganisierende Menschen mit rechtem Hintergrund abzugrenzen, dieses hingenommen und damit akzeptiert wird, dass potentiell menschenfeindliches Gedankengut sichtbar ist und sich äußern darf.

Wir kritisieren die Maßnahme eines Lock- bzw. Shutdowns, der -weltweit- zu Lasten von ärmeren Menschen geht und sie weiter in die Armut treibt, der sog. randständige Menschen noch weiter isoliert und existentiell bedroht, der alte Menschen allein und noch weiter vereinsamen lässt als es vor der Corona-Krise schon der Fall war.

Als Anarchist*innen wollen wir auf nichtstaatliche Regelungen, auf gleichberechtigten Umgang der Menschen untereinander setzen, auf das Prinzip der gegenseitigen Unterstützung. Wir wollen uns nicht positiv auf Nationalstaaten beziehen, aber Schwedens Vorgehensweise finden wir noch am ehesten kompatibel mit unserem Verständnis, in Abgrenzung zur staatstreuen autoritären Linken, die auf China verweist.

Wir denken dass es nicht reicht, wenn radikale Linke sich hauptsächlich und unkritisch positiv auf Drosten, öffentlich-rechtliche Medien und die staatlich angeordneten Hygienemaßnahmen beziehen. Auch -bzw. gerade- in einer Krise muss sich kritisch mit staatlichen Maßnahmen und Mainstream-Medien auseinandergesetzt und sich auf die Suche nach zuverlässigen unabhängigen Quellen begeben werden. Diskussion und Kritik am spätkapitalistischem Wirtschaftssystem und neoliberalen Institutionen muss weiter möglich sein ohne als Verschwörungstheoretiker*in abgetan werden.

FAU Flensburg