Im baskischen Biarritz lädt der französische Präsident Macron zum Gipfel ein, doch es wird auch im Vorfeld einen Gegengipfel geben und es wird massiver Protest erwartet

Schon bevor ab Montag im Baskenland mehrere tausend Besucher erwartet werden, die sich in einem Protest-Camp in der Kleinstadt Hendaye direkt an der französisch-spanischen Grenze treffen, kündigen Polizeikontrollen und lange Staus im Grenzgebiet schon jetzt an, zu welch grandiosem Chaos es mitten in der Rückreisewelle an diesem Nadelöhr kommen kann.

Ab Montag werden die Teilnehmer des Gegengipfels eintrudeln, denn vom 21. bis 23. August wird beiderseits der Grenze vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen debattiert. Der G7-Gipfel wird, begleitet von zahlreichen Protesten, am 24. bis 26. August im Seebad Biarritz stattfinden.

Dem Gipfel und dem Gegengipfel gehen schon Proteste und Repression voraus. Am Donnerstag blockierten Aktivisten für eine Stunde den Zugang zum Hotel du Palais, wo diverse Vorbereitungstreffen für den G7 stattfanden, was allerdings von der Polizei geduldet wurde. Daneben hat Frankreich schon mit Maßnahmen gegen Teilnehmer des Gegengipfels und der Proteste begonnen, wie an dieser Stelle berichtet wurde: G7 wirft mit Schnellabschiebung von Frankreich nach Deutschland Schatten voraus.

Man versucht offensichtlich G7-Gegner schon im Vorfeld abzufangen. Betroffen war Luc, ein freier Mitarbeiter von Radio Dreyeckland in Freiburg, der sogar schon gut zwei Wochen vor dem G7 in Dijon festgenommen und nach 24 Stunden in aller Eile nach Deutschland abgeschoben wurde. Der Telepolis-Bericht hat für einigen Wirbel in Deutschland und Frankreich gesorgt und in der Folge haben auch andere Medien wie der Spiegel oder France Info über den skandalösen Vorgang berichtet.

Tatsächlich war das Vorgehen auf Verwaltungsebene illegal, womit Frankreich gleich im ersten Verfahren am gestrigen Freitag mit seiner Androhung einer dreijährigen Freiheitsstrafe vor dem zuständigen Gericht in Paris gescheitert ist. Vertreten von seiner Anwältin Muriel Ruef wurde Luc zudem eine Entschädigung von 1.000 Euro zugesprochen.

Denn die Anwendung des entsprechenden Paragrafen war missbräuchlich. Gegenüber Telepolis erklärte er: "Ich werde erneut auf den Weg nach Hendaye und Biarritz machen, um von dort über die Vorgänge zu berichten." Für ihn ist das ein "kleiner Erfolg" und ein "Scheitern" von Innenminister Christophe Castaner.

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