Bilder von Kühen auf saftig grünen Wiesen vor Bergkulisse; ein fröhlich lachender Bauer in uriger Tracht und viel, viel Grün. Die Biobranche inszeniert sich als achtsame und nachhaltige Alternative zur konventionellen Lebensmittelwirtschaft.

Doch der Konkurrenzkampf im Handel mit Bioprodukten ist hart. Es tummeln sich immer mehr Player auf dem Ökomarkt. Zum einen große Biomarktketten, die sich besonders in den Städten ausbreiten. Zum anderen Discounter und konventionelle Supermärkte, die auf eigene Biolinien setzen. Auf der Strecke bleibt der kleine Bioladen von nebenan.

Das führt dazu, dass auch in der Biobranche immer mehr Wohlstand in den Händen von immer weniger Unternehmern konzentriert wird. Die Konzentration kann auch den Preisdruck auf die Bauern steigern, die aus immer weniger Abnehmern auswählen können. Gerade kleine Höfe können dann nicht mehr mithalten. Dabei sind sie besonders wichtig für die Umwelt, weil sie meist kleinere Felder mit mehr Rändern haben, in denen mehr Pflanzen- und Tierarten überleben können.

Der Berliner Bioladen Bioase44 schlug Ende Juli in einem offenen Brief an die Biobranche Alarm. Auslöser ist die Eröffnung einer Filiale der Kette Bio Company 170 Meter entfernt in derselben Straße. Die Gründerinnen der Bioase44, Elke Dornbach und Nadia Massi, sehen sich mit ihrem Laden, den sie 2012 eröffneten, als Biopionierinnen im Viertel. Nun sei nach Eröffnung der Bio-Company-Filiale ihr Umsatz eingebrochen und ihre Existenz bedroht – auch durch zwei Filialen der Biokette denn’s, die in den letzten Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnet haben.

„Wir vermissen eure Empörung“, schreiben Dornbach und Massi und richten sich damit an die Biobranche. Ein aggressiver Verdrängungswettbewerb wie im konventionellen Einzelhandel passe nicht zu den Werten der Branche. Dennoch werde der Trend von der Branche einfach hingenommen. Nur wenige würden sich öffentlich dagegen positionieren.

In einem Projekt des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) zusammen mit der Bio Verlag GmbH wurden Zahlen der Branche aus den Jahren 2010 und 2017 miteinander verglichen: In dieser Zeitspanne steigerten die Bio-Supermärkte ihren Marktanteil innerhalb der Branche von 13 auf 27 Prozent, während der Anteil kleinerer Fachgeschäfte von 75 auf 60 Prozent sank.

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