Militär tötet weiteren ehemaligen Farc-Kämpfer. Landesweiter Protest am 25. April. Abstimmung über Sonderjustiz im Senat am Montag

Gestern haben in Kolumbien tausende Menschen gegen die Politik der Regierung protestiert. In der Hauptstadt und vielen weiteren Orten gab es Demonstrationen und Straßensperren. Anlass waren der mangelnde Schutz von Aktivisten und die Politik des amtierenden Präsidenten Iván Duque. Die Proteste schließen an die Mobilisierung der Indigenen vor wenigen Wochen an.

In der Nacht auf Dienstag ist erneut ein ehemaliger Kämpfer der demobilisierten Farc-Guerilla umgebracht worden. Das bestätigen Zeugenaussagen aus der Gemeinde Convención im Departement Norte de Santander, in der das Mitglied der Guerilla-Nachfolgepartei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes (Farc), Dimar Torres, lebte. Bewohner des Dorfes berichteten, dass der zuvor festgenommene Torres von Armeeangehörigen erschossen worden sei. Als sie in das Lager der Armee eindrangen, fanden sie ein frisch ausgehobenes Grab sowie die Leiche des Mannes vor.

Der Senator der Farc-Partei, Carlos Lozado, machte die Tat am Dienstag gegenüber der Presse bekannt. Gleichzeitig verbreitete er über den Kurznachrichtendienst Twitter Beweise, die sowohl den Tod Torres’ als auch die Täterschaft der Armeeangehörigen belegen sollen. Währenddessen bedauerte der Kommandant der zweiten Armeedivision, General Mauricio Moreno, den Vorfall. Da der Tod nicht während einer militärischen Operation verursacht wurde, müsse der Vorfall schnell aufgeklärt werden.

Der Mord an Torres reiht sich in eine immer länger werdende Liste politischer Gewalttaten gegen Oppositionelle und ehemalige Guerilleros in Kolumbien ein. Erst vor einigen Tagen hatte der Tod eines Kleinkindes große Bestürzung ausgelöst. Sowohl Abgeordnete der Farc-Partei als auch unabhängige Stellen forderten die Regierung zu einem effektiven Schutz der ehemaligen Kämpfer der demobilisierten Guerilla auf. Zudem müsse der Staat alle geschehenen Verbrechen umfassend aufklären. Auch Lozado wiederholte erneut die Forderung nach Garantien für die Ex-Kämpfer, die die Waffen nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags am 24. November 2016 abgegeben hatten.

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