Statt für den hippen Job durch die Stadt zu radeln und sich selbst zu verwirklichen, haben am Donnerstagnachmittag etwa 25 Kuriere von Foodora und Lieferheld für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Unterstützung bekamen sie dabei von einigen Partnerrestaurants.

Von wegen hipper Job mit viel frischer Luft und Selbstverwirklichung: Am Donnerstagnachmittag haben etwa 25 Kuriere von Foodora und Lieferheld für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Natürlich auf dem Rad. Mit roten und pinkfarbenen Transportrucksäcken und Regenhosen fuhren die Essenslieferanten, die längst zum Stadtbild gehören, zu 16 der mehr als 50 Partnerrestaurants und baten um Unterstützung für ihre Forderungen: Die Übernahme von Reparatur- und Verschleißkosten vom Arbeitgeber, ein faireres Schichtvergabesystem sowie einen Euro mehr Lohn pro Stunde. Außerdem sollen sachgrundlose Befristungen abgeschafft werden, so die Radfahrer.

Restaurants unterstützen Foodora-Fahrer

Bianca Limbach, Restaurantleiterin von McDonald´s in der Petersstraße, unterzeichnete die Petition. Mit Foodora ist sie sehr zufrieden. „Aber die Arbeitsbedingungen müssen passen“, betonte sie. Joshua Weber, der seit zwei Jahren in Leipzig für Foodora unterwegs ist, wird derzeit in weniger Schichten als vereinbart eingeteilt. Zum Jahresbeginn werde grundsätzlich weniger Essen bestellt, sagte er. Der 22-Jährige lebt jedoch allein von dem Job, muss nun auf Rücklagen zurückgreifen. „Es ist eine Frechheit wie Foodora mit den Fahrern umgeht“, findet er. Und dennoch: Radfahren macht ihm Spaß. An manchen Tagen legt Weber hundert Kilometer zurück.

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