Das Kabinenpersonal von Ryanair ist am Mittwoch in mehreren Ländern in Streik getreten. Zwei Tage lang wollen Flugbegleiter und Piloten nicht zur Arbeit erscheinen. Europas größte Billigfluggesellschaft musste daher mitten in der Ferienzeit europaweit allein am Mittwoch um die 400 Flüge streichen. Die Kunden sind verärgert, und das Management von Ryanair drohte als Konsequenz des Streiks mit Stellenstreichungen.

Was steckt hinter dem Streik? Hier berichtet eine Ryanair-Flugbegleiterin von miserablen Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeiterin möchte zu ihrem eigenen Schutz anonym bleiben.

Laut der Gewerkschaft Ver.di sind die meisten Flugbegleiterinnen bei Ryanair zwischen 18 und 30 Jahre alt und kommen aus wirtschaftlich gebeutelten Krisenländern in Süd- oder Osteuropa. Viele verlassen das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder. Wer allerdings keine Fremdsprachen spricht, - Ryanair verlangt nur Englisch - dem falle ein Wechsel in Deutschland schwer. Und: Viele haben noch Schulden bei ihrem Arbeitgeber, da Flugbegleiter bis vor Kurzem ihre interne Kurzausbildung selbst zahlen mussten.

In der jüngeren Vergangenheit hat es immer mehr Zusammenschlüsse von Ryanair-Mitarbeitern gegeben, die etwas in ihrem Unternehmen verändern wollen. Und das möchte auch unsere Gesprächspartnerin.

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