Die Belegschaft des US-Konzerns in Spanien streikt und ruft zu internationalen Protesten auf

In Deutschland ist er inzwischen ein Dauerbrenner – der Tarifkonflikt zwischen der von ver.di organisierten Belegschaft und dem Logistik-Riesen Amazon ist nach fünf Jahren Streiks und Auseinandersetzungen weit davon entfernt, ein Ende zu finden. Auf der iberischen Halbinsel steht der Streit noch ganz am Anfang.

Am Freitag, den 18. Mai fand im größten Logistik-Zentrum Spaniens eine Arbeitsniederlegung statt. Die Aktion wurde von der anarchistischen Confederación General del Trabajo (CGT) organisiert. Über 500 Menschen folgten dem Aufruf und beteiligten sich ab 12:30 Uhr an einer Demonstration, die vom Werk von Amazon bis zum Rathaus in San Fernando führte. Das Werk in der Kleinstadt in der Umgebung von Madrid beschäftigt 1100 Angestellte fest, 900 weitere sind mit Zeitverträgen eingestellt. Unterstützung erfuhren die Arbeiter und Arbeiterinnen von verschiedenen Seiten: Die Kommunistische Partei Izquierda Unida rief zu den Protesten auf, ebenso wie Gewerkschaften aus anderen Unternehmen des Transportwesens. Diese fordern die Ausweitung der Streiks hin zu einem Kampf um einen Flächentarif in der Logistikbranche.

Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CGT rief bereits am 21. und 22. März 2018 zu einer 48-stündigen Arbeitsniederlegung auf. Es war der erste Streik bei Amazon in Spanien, beeindruckende 95 Prozent der Belegschaft folgten dem Aufruf. Ana Berceruelo von der Gewerkschaft CCOO sagte, an diesem Tag seien keine Bestellungen bei Amazon eingegangen.

Die Streiks richten sich gegen Kürzungen bei den Zulagen für Nachtschichten und Überstunden. Seit 2016 haben die Arbeiterinnen und Arbeiter keine Lohnerhöhungen bekommen. Seit diesem Jahr wartet die Belegschaft auch auf eine Erneuerung des Tarifvertrages. Die Belegschaft des Werkes fürchtet außerdem, dass die Kürzungen nur ein erster Schritt sind und auch andere betriebliche Leitungen zur Disposition stehen, wie Kranken-, Lebens-, Unfall- und Rentenversicherung.

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