Auszubildende brechen immer häufiger ihre Ausbildung ab. Betroffen sind vor allem besonders schlecht bezahlte Branchen.

Es sind die höchsten Zahlen seit Anfang der 90er Jahre. 25,8 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Ausbildung vor der Abschlussprüfung ab. Das geht aus einem Entwurf des Bundesbildungsministeriums für den Berufsbildungsbericht 2018 hervor, der der Süddeutschen Zeitung exklusiv vorliegt.

Der durchschnittliche Abbruchswert von fast 26 Prozent verteilt sich laut dem Bericht sehr ungleichmäßig auf die verschiedenen Ausbildungsberufe. So liege die Abbrecherquote bei angehenden Sicherheitsfachkräften, Restaurantfachkräften, KöchInnen und FriseurInnen um die 50 Prozent. Bei den Auszubildenden zu Fachangestellten in der Verwaltung liegt die Abbrecherquote hingegen nur bei 4,1 Prozent.

„Dort wo die Vergütung besonders niedrig ist, sind die Abbrecherquoten extrem hoch“, sagt Elke Hannack, Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). „Viele steigen vorher aus, da sie mit der kargen Vergütung nicht über die Runden kommen.“ Der DGB fordert deshalb die im aktuellen Koalitionsvertrag festgehaltene Einführung einer Mindestvergütung für Auszubildende schnellstmöglich einzuführen. Die Wirtschaftsverbände lehnen eine Art Mindestlohn für Lehrlinge jedoch entschieden ab.

Neben der schlechten Bezahlung nennt der Bericht weitere Gründe für die hohen Abbrecherquoten, wie Konflikte mit Vorgesetzten, eine mangelnde Ausbildungsqualität, ungünstige Arbeitsbedingungen sowie falsche Berufsvorstellungen.

Parallel dazu steigt der Anteil der Unternehmen, die überhaupt nicht ausbilden. Die Quote stieg erstmals über 80 Prozent.

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