Irakisch-Kurdistan gilt als einer der sichersten Orte im Mittleren Osten. Das bedeutet aber leider nicht, dass alle Menschen dort in Sicherheit leben. Im Gegenteil. Für queere Menschen wird es jeden Tag gefährlicher. Rechte Gruppen dominiren die öffentliche Debatte. Vereine, die sich mit queeren Menschen solidarisch zeigen, riskieren ihre Zulassung. Familien sind aufgefordert, queere Angehörige unter Druck zu setzen. Religiöse Gruppen fordern nicht nur Umerziehungs-, sondern auch Auslöschungsmaßnahmen. Und polizeiliche Kontrollen schränken die wenigen Freiräume ein.

In meiner Kindheit war das Thema LGBT tabu. Es kam praktisch nicht vor, höchstens in Schimpfwörtern. Inzwischen werden queere Menschen in Kurdistan sichtbarer und können nicht mehr einfach ignoriert werden. Daher werden sie jetzt offensiv bekämpft. Und der Ton wird immer aggressiver und die Gewalt heftiger.

Ich merke es in den Medien und Netzwerken, aber auch im Kontakt zu meiner Familie. Seit einigen Monaten herrscht komplette Funkstille. In den letzten Gesprächen haben sie mich nur noch mit Beleidigungen übersäht. Meine Solidarität mit queeren Menschen ist für sie viel schlimmer als der Abfall vom Glauben. Ich leide unter dem Hass. Dabei wohne ich erstens weit weg und kann zweitens selbst entscheiden, ob ich mich mit Aktionen positioniere. Aber wie geht es queeren Menschen vor Ort? Sie können nicht weg und für sie geht es nicht nur um Meinungsfreiheit, sondern um das Recht auf ein Leben in Würde.

Ich kann da nicht mehr tatenlos zusehen. Und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, das selbstorganisierte LGBTI-Projekt Yeksani aus Silêmanî zu unterstützen. Yeksani bedeutet Gleichheit. Das Projekt bietet queeren Menschen Beratung und Unterstützung an und leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Yeksani hat keine Chance, sich als Verein eintragen zu lassen, und arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen. Ich möchte auf den wichtigen Kampf aufmerksam machen und 5.000,- Euro für das Projekt zusammensammeln.

Dafür werde so lange queer durch Deutschland laufen, bis die Summe zusammengekommen ist. Ich bin heute frischgetestet in Mainz angekommen und werde von hier nach Norden wandern, unterwegs auf das Thema aufmerksam machen und meine Aktion bewerben. Sobald das Geld zusammengekommen ist, schicke ich es über vertrauenswürdige Kontakte direkt zur Gruppe. Das Problem dabei ist, dass ich es nicht über einen offiziellen Verein abwickeln kann. Ich muss die Spenden daher leider privat einsammeln, kann keine Spendenquittungen ausstellen und bin auf euer Vertrauen angewiesen.

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