Das deutsche Unternehmen Biontech und der amerikanische Konzern Pfizer haben von der EU-Kommission im Juni extrem hohe Preise von 54,08 Euro pro Impfdose verlangt. Und das trotz Unterstützung durch Steuergeld. Was haben die Multi-Milliardäre Andreas und Thomas Strüngmann damit zu tun?

Bereits als im Juni 2020, als die erste Corona-Welle abklang, war klar, dass Impfen eine zentrale Bedeutung in der Bekämpfung der Pandemie haben würde. Das Mainzer Unternehmen BioNTech und der amerikanische Pharmariese Pfizer waren dabei in der Entwicklung eines Impfstoffs schon weit fortgeschritten. Sie nutzten ihre Führungsposition jedoch um gegenüber der EU-Kommission extrem hohe Preise zu verlangen.

Wie tagesschau.de berichtet, verlangten BioNTech/Pfizer 54,08 Euro pro Impfdose. Bei angebotenen 500 Millionen Impfdosen wären das 27 Milliarden Euro gewesen. Damit hätten etwa 250 Millionen Menschen geimpft werden können.

Hierzu erklärte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig gegenüber tagesschau.de: „Ich sehe darin ein Profitstreben, das in der jetzigen Situation der Pandemie in keiner Weise gerechtfertigt ist.“ Seiner Meinung nach hätten „die Interessen der Aktionäre weniger Bedeutung als die Interessen der Bevölkerungen, die von dieser Pandemie befreit werden wollen.“

Interessen der Aktionäre

Bedeutende Aktionäre sind in diesem Fall die zwei deutschen Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann. Ihnen gehören 50 Prozent der Biontech-Aktien. Das Magazin Forbes bezifferte das Vermögen der 70-jährigen Hexal-Mitgründer im September 2020 auf jeweils 9,6 Mrd. Dollar (weltweit Platz 141). Das war mehr als doppelt so viel wie im März 2019 (4,4 Mrd Dollar). Ihre Interessen nach möglichst hohen Profit dürften bei der Bestimmung des Preis pro Dosis also durchaus eine Rolle gespielt haben.

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