Lockdown-Zeit ist Bestell-Zeit. Dem Amazon-Chef bringt das Milliarden, den Dienstleister:innen einen krummen Rücken. Doch ist die Lösung ein Amazon-Boykott? – Ein Kommentar von Tim Losowski

„Wenn ich von der Arbeit heimkomme, bin ich tot. Dann gibt es nur noch Kühlschrank, Küche aufräumen, Badewanne und dann nichts mehr. Es ist so extrem belastend. Das kann sich niemand vorstellen.“. Das berichtet ein Arbeiter der Deutschen Post DHL Group gegenüber nordbayern.de.

Besonders die großen, schweren Pakete seien schlimm. Bis zu 31,5 Kilogramm dürfen Firmen in Pakete packen. Das hat Folgen für die Gesundheit. Nach Analysen der Barmer-Krankenkasse Berlin waren im Jahr 2020 die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dieser Branche 29,4 Tage krankgeschrieben – knapp 11 Tage mehr als im Durchschnitt.
Amazon: Ausbeutung perfektioniert

Nicht nur die Paket-Bot:innen sind in der Pandemie besonders belastet, sondern auch die Arbeiter:innen im Versandhandel. Einer der größten Player ist Amazon. Über 1,2 Millionen Menschen arbeiten weltweit für den US-Konzern.

In Deutschland sind es derzeit rund 20.000 Menschen in den Logistik-, Verteil- und Rechenzentren, im Kundendienst, im Marketing sowie im konzerneigenen Lieferdienst.
Diese Verteil-Zentren sind berüchtigt für ausbeuterische Methoden: Die Toiletten sind teilweise 200 Meter vom Arbeitsplatz entfernt. Der aufzeichnende Effizienz-Graph geht sofort herunter, wenn ein:e Mitarbeiter:in dort hin muss. Aus britischen Amazon-Lagern wurde berichtet, dass Arbeiter:innen deshalb in Flaschen urinierten.

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