99 Staaten haben immerhin begrüßt, Patente um Covid-Medikamente und Impfstoffe auszusetzen. Reiche Staaten wie die EU-Mitglieder sind nicht Teil der Initiative. Die Profitorientierung und Patentrechte an Medikamenten gefährden schon jetzt Menschen und die Weltgesundheit. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ erinnert an ein Verzichtsabkommen, das in der AIDS-Krise Leben rettete.

Eine Initiative zum Aussetzen von geistigen Eigentumsrechten wie etwa Patenten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie würde bedeuten, dass alle Länder ohne Rücksicht auf Patente Medikamente, Impfstoffe und auch Diagnosemethoden anwenden könnten.

„Nicht einmal eine globale Pandemie kann Pharmakonzerne davon abhalten, ihren ‚Business-as-usual‘-Ansatz zu verfolgen. Deshalb müssen die Länder jedes verfügbare Instrument nutzen, um sicherzustellen, dass medizinische Produkte gegen Covid-19 für alle, die sie benötigen, zugänglich und erschwinglich sind.“, so Sidney Wong, der Co-Direktor der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Und weiter:

„Alle Entwicklungen im Zusammenhang mit Covid-19 sollten echte globale öffentliche Güter sein, frei von den Barrieren, die Patente und das Recht auf geistiges Eigentum schaffen. Wir appellieren an alle Regierungen, diesen bahnbrechenden Vorschlag dringend zu unterstützen, der in diesem für die globale Gesundheit kritischen Moment Menschenleben über Unternehmensgewinne stellt.“

Durch Patente fände momentan eine künstliche Verknappung der Medikamente gegen Covid-19 statt. Firmen könnten die Preise für ihre Medikamente selbst diktieren, sie würden so hoch sein, dass die Hälfte der Weltbevölkerung von vornherein von ihrem Erwerb ausgeschlossen sei.

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